Nachhaltige Forstwirtschaft
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft und wurde erstmals im Jahr 1713 von Hans Carl von Carlowitz aus der Not der Waldvernichtung heraus beschrieben.
Der Begriff bezeichnet die Bewirtschaftungsweise eines Waldes, bei der dem Wald immer nur so viel Holz entnommen wird wie nachwachsen kann, so dass der Wald nie zur Gänze abgeholzt wird, sondern sich immer wieder regenerieren kann. Im Vordergrund stand hier der Gedanke der Rohstoffversorgung aufgrund überregionaler Holznot.
Heute steht die umfassendere Begriffsbezeichnung „nachhaltige Entwicklung (sustainable development)“ im Vordergrund. 1987 definierte die Brundlandt Kommission diesen Begriff wie folgt:
„Die nachhaltige Entwicklung bezeichnet eine Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen“.
Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft
Grund für den hohen Stellenwert der forstlichen Nachhaltigkeit sind die langen Regenerationszeiten und ein immer steigender Holzbedarf. Die Helsinki- Resolution (1993) definiert in modernen Begriffen die nachhaltige Forstwirtschaft als
„die Behandlung und Nutzung von Wäldern auf eine Weise und in einem Ausmaß, das deren biologische Vielfalt, Produktivität, Verjüngungsfähigkeit, Vitalität sowie deren Fähigkeit, die relevanten ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen gegenwärtig und in der Zukunft auf lokaler, nationaler und globaler Ebene zu erfüllen gewährleistet, ohne anderen Ökosystemen Schaden zuzufügen.“
Forstzertifizierung in Deutschland
In Deutschland können Wälder zertifiziert werden. Neben der Nachhaltigkeit werden insbesondere Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit der Forstbetriebe berücksichtigt. Ein Forstzertifikat ist ein an den Waldbesitz verliehenes Zertifikat. Durch ein Zertifizierungssystem soll der Transport- und Bearbeitungsweg des Holzes vom Erzeuger bis zum Endverbraucher nachgewiesen werden, wobei Aspekte der Nachhaltigkeit im Vordergrund stehen.
Bereits seit über 200 Jahren werden die Wälder Deutschlands nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit bewirtschaftet. Das bedeutet grundsätzlich, dass höchstens soviel Holz genutzt werden darf, wie auch nachwächst. In Deutschland können diese Wälder nach unterschiedlichen und Systemen von unabhängigen Institutionen zertifiziert werden.
Die Einhaltung und Verbesserung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung im Hinblick auf ökologische, ökonomische und soziale Standards wird durch unabhängige Zertifizierungssysteme nachgewiesen und dokumentiert. In Europa sind die verbreitetsten Zertifizierungssysteme:
- PEFC, Programm for Endorsement of Forest Certification Schemes (ehemals Pan-Europäische Forstzertifizierung)
- FSC, Forest Stewardship Council
Rettenmeier fördert durch die Zertifizierung seiner Produkte nach diesen Systemen im Rahmen des Produktkettennachweises CoC (Chain of Custody) die Nachhaltigkeit der Waldbewirtschaftung.









