HBV® Massivdach
Holz und Beton - clever "bedacht"

- Die "bewehrten" Sparren

- Vor dem Betonieren

- Nach dem Betonieren

- Verladefähige Elemente

- Ankunft auf der Baustelle

- Montage der Elemente

- Das "fertige" Dach
Holz Beton Verbund, kurz HBV genannt, wurde bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts als eine zukunftsfähige Bauweise betrachtet. Damals versuchte man den Verbund zwischen Holz und Beton mittels eingeschlagener Eisenprofile zu erreichen. Heute wird die Verbindung zwischen dem druckfesten Beton und dem meist auf Biegezug beanspruchten Holz auf unterschiedliche Weise realisiert.
Bei dem genannten Objekt wurde der von Prof. Bathon entwickelte HBV®-Schubverbinder eingesetzt. Hier handelt es sich um ein plattenförmiges Stahlteil, welches in das Holz in eine 40 mm tiefe Nut eingeklebt wird. Durch diese starre Verbindung erhält man einen sehr effektiven Verbund zwischen den beiden Materialien. Das System ist bauaufsichtlich zugelassen (Z-9.1-577), wobei das Einkleben ausschließlich von Herstellern mit einem gültigen Nachweis der Eignung zum Kleben dieser Bauart nach DIN 1052 durchgeführt werden darf.
Haupteinsatzgebiete dieser Bauweise sind die Deckenkonstruktionen. Durch das Zusammenwirken beider Materialien ist die Konstruktion weniger anfällig für Schwingungen und hat gleichzeitig einen besseren Schallschutz als eine traditionelle Holzbalkendecke.
Das besondere an diesem Objekt ist, dass nicht die Decke in HBV ausgeführt wurde, sondern das Dach. Gewünscht war ein innen liegender, sichtfähiger Betonspiegel, auf den sich die Konstruktion wie ein übliches Sparrendach weiter nach oben aufbaute. Für den Dachdecker ergeben sich im weiteren Aufbau mit Dämmung, Lattung und Dacheindeckung keinerlei Unterschiede zum traditionell vom Zimmermann gefertigten Holzdach. Speziell in bauphysikalischer Hinsicht bietet diese Konstruktion große Vorteile. So werden auch hier die Anforderungen an Schallschutz, Brandschutz, sommerlicher und winterlicher Wärmeschutz auf einfachste Weise erfüllt. Selbst die Luftdichtigkeit stellt kein großes Problem dar.
Die Dachteile wurden als fertige Elemente im Betonwerk vorgefertigt und anschließend innerhalb kürzester Zeit auf der Baustelle montiert. Durchdringungen für notwendige Haustechnik wurden bei der Herstellung gleich berücksichtigt und mittels Leerrohren und Hülsen realisiert.
Durch die hohe Vorfertigung und eine sorgsame Planung konnte das Objekt innerhalb kürzester Zeit in Zusammenarbeit zwischen den Holz- und Betonbauern realisiert werden. Die Elemente unterscheiden sich in ihrer Handhabung nicht wesentlich von den hölzernen Elementen des Fertigbaus. Es gab auf der Baustelle keine Unterbrechung durch Betonierarbeiten. Insofern bietet sich diese Bauweise durchaus auch im "elementierfreudigen" Holzhausbau an.
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