Der anspruchsvolle Holzbau benötigt anspruchsvolle Produkte

Zunftholz® als Baustoff

Holz findet seine Anwendung als Baumaterial schon seit Jahrhunderten. Wo früher noch das Wissen und das Geschick des Baumeisters den Einsatz der Holzbauteile bestimmte und damit dem Holzbau eine lange Tradition bewahrte, so bestimmen heute Standsicherheiten, Gebrauchsfähigkeiten und Nutzungsart den Einsatz unserer Produkte. Neben den statischen Anforderungen sind vor allem auch Funktionen wie Schallschutz, Brandschutz und Wärmeschutz zu erfüllen. Aber auch Ästhetik und Ökologie spielen eine wichtige Rolle. Die geforderten Eigenschaften finden sich in verschiedenen Normen und Vereinbarungen wieder.

Technische Grundlagen und die wichtigsten Normen

Vereinbarung über KVH / Vereinbarung über Duo-/Trio-Balken
Überwachungsgemeinschaft KVH® und Bund Deutscher Zimmermeister, 2003-11

DIN 4074-1
Sortierung von Holz nach der Tragfähigkeit

DIN 1052
Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken

DIN 68140-1
Keilzinkenverbindungen von Holz, 1998-2

DIN 68800
Holzschutz, T2: Vorbeugende bauliche Maßnahmen, T3 Vorbeugender chemischer Holzschutz, 1990-4

DIN 18334/VOB/ATV
Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen – Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) 2005-01

DIN EN 388
Bauholz für tragende Zwecke, Festigkeitsklassen, 2003-09

Eine vollständige Auflistung finden Sie in den Technischen Infos.

Holzauswahl

Tragende Bauteile aus Holz müssen nach DIN 1052 statisch bemessen werden. Die darin angegebenen Materialkennwerte, wie z.B. Elastizitätsmodul, zulässige Spannungen gelten ausschließlich für Nadelschnittholz, welches nach DIN 4074-1 sortiert wurde. Darin werden die Merkmale geregelt, die Nadelschnittholz erfüllen muss, damit das Holz statisch bemessen werden kann. Diese Merkmale sind:

Baumkante, Äste, Jahrringbreite, Faserneigung, Risse, Verfärbungen, Insektenfraß, etc.

Bei visueller Sortierung unterscheidet die DIN 4074-1 folgende Sortierklassen:

S 7       Schnittholz mit geringer Tragfähigkeit

S 10     Schnittholz mit üblicher Tragfähigkeit

S 13     Schnittholz mit überdurchschnittlicher Tragfähigkeit

Die konstruktiven Holzbauprodukte des Sortiments rettenmeier Zunftholz® werden als S 10 TS sortiert. TS steht für Sortierung im getrockneten Zustand

Zusätzlich zu den erwähnten Merkmalen gibt es „erhöhte Anforderungen“ an die Schnittholzprodukte, die in Vereinbarungen festgehalten worden sind. So ist z.B. die Bläue für sichtbare Anwendung von KVH und QLH im Gegensatz zur DIN 4074-1 nicht erlaubt.

Wesentliche Merkmale der Holzoptik sind auftretende Risse. Obwohl diese in den meisten Fällen (Trockenrisse) keine Auswirkung auf die statische Tragfähigkeit haben, so sind sie doch oft Gegenstand von Reklamationen. Planer und Bauherren nutzen sichtbare Holzbauteile als gestalterisches Element. Folglich sehen sie zu große Risse als optischen Mangel an. Entscheidend für die Reduzierung der zu erwartenden Trockenrisse ist neben der technischen Trocknung vor allem die Einschnittart. Ein mindestens herzgetrennter Einschnitt ist heute Stand der Technik. Erhöhte Anforderungen gegenüber der DIN 4074-1 finden sich für Sichtqualitäten in den Vereinbarungen für KVH und QLH.

Eine tabellarische Darstellung der Sortiermerkmale von KVH und QLH finden sie in den Technischen Infos.

Holzschutz

DIN 68800-2 gibt uns die Möglichkeit auf chemischen Holzschutz, speziell im Wohnungsbau zu verzichten. Um dies zu erreichen müssen die einzelnen Bauteile in die Gefährdungsklasse GK 0 einzustufen sein.

Untersuchungen an reklamierten Bauschäden haben ergeben, dass zu hohe Holzfeuchten für viele der bemängelten Bauschäden verantwortlich sind. Daher gilt prinzipiell:

    • Holz trocken einbauen und trocken halten;
    • Insektenbefall ausschließen, bzw. kontrollierbar halten.

Zum konstruktiven Holzschutz gehört auch die getrockneten Hölzer während des Transportes und der Lagerung auf der Baustelle gegen Feuchtigkeit zu schützen.

Auch die Holzauswahl gibt dem Planer die Möglichkeit des besonderen Holzschutzes. So genannte Farb-Kernhölzer (z.B. Douglasie) weisen eine höhere Resistenz gegen Pilzbefall auf und werden daher oft als Schwelle einer Außenwand eingesetzt. Kann sichergestellt werden, dass keine höhere Feuchtebelastung als an der übrigen Wandoberfläche auftritt, so kann GK 0 zugrunde gelegt und damit auf den chemischen Holzschutz verzichtet werden.

Selbst Latten und Schalungen können dann ohne chem. Holzschutz auskommen, wenn der Hohlraum zwischen äußerer Abdeckung des Bauteils und der Dacheindeckung belüftet ist. So kann anfallende Feuchte abgeführt und ein möglicher Pilzbefall ausgeschlossen werden. Aufgrund der relativ kleinen Querschnitte ist von einem Insektenbefall nicht auszugehen.

Wenn die Voraussetzungen für einen Verzicht auf chemischen Holzschutz gegeben sind, sollte aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen auch auf diesen verzichtet werden.

Eine unbelastete Holzkonstruktion bewahrt ein gesundes Wohnklima und ermöglicht nach der baulichen Nutzung eine weitere stoffliche oder thermische Verwendung.

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Rettenmeier Holzindustrie Hirschberg GmbH

Ullersreuth 61
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